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Fleisch als Motor der Evolution

In der von den bekannten Experimentalarchäologen Ulrich Stodiek und Harm Paulsen konzipierten Ausstellung „Fleisch – Jäger, Fischer und Fallensteller in der Steinzeit“ verdeutlichen Rekonstruktionen und Modelle den technischen Erfindungsreichtum der steinzeitlichen Jäger, Fischer und Fallensteller. Die Ausstellung ist bis zum 24. Mai auf Schloss Gottorf zu sehen.

Fleisch gilt als Motor unserer Evolution. Für unsere Vorfahren war es der entscheidende Energielieferant für ein größer werdendes Gehirn. Somit waren Jagd und auch Fischfang über Jahrhunderttausende unverzichtbare Bestandteile menschlichen Lebens. Um die Techniken vorgeschichtlicher Jagd zu veranschaulichen, präsentieren das Archäologische Landesmuseum und das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie vom 6. März bis 24. Mai auf Schloss Gottorf mit „FLEISCH! Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit“ eine von dem Steinzeitarchäologen Ulrich Stodiek und dem Experimentalarchäologen Harm Paulsen für das Neanderthal Museum Mettmann konzipierte Sonderausstellung.

Weil es im archäologischen Befund meist nur wenige Jagdwaffen gibt und keine Fallen erhalten sind, verdeutlichen Rekonstruktionen und Modelle den technischen Erfindungsreichtum der steinzeitlichen Jäger, Fischer und Fallensteller. Die in der Ausstellung gezeigten Nachbauten entstanden anhand von völkerkundlichen Vergleichen und Erkenntnissen aus der experimentellen Archäologie und tragen durch ihre Anschaulichkeit zum Verständnis der Ausstellung bei.  Alle ausgestellten Waffen und Geräte sind funktionsfähige und originalgetreue Nachbildungen europäischer Funde von der frühen Altsteinzeit vor etwa 300.000 Jahren bis in die späte Jungsteinzeit vor etwa 4.000 Jahren.

Neanderthals_-_Artist's_rendition_of_Earth_approximately_60,000_years_agoHighlight der auf Gottorf gezeigten Ausstellung sind authentische Nachbildungen von archäologischen Sensationsfunden wie den ältesten Jagdwaffen, den Schöninger Speeren oder der Lehringer Lanze, mit der Neandertaler einen Waldelefanten töteten. Viel später, am Ende der letzten Eiszeit, setzten sich Pfeil und Bogen als Jagdwaffen durch. Berühmtes und ältestes bekanntes Todesopfer durch Pfeilschuss ist der Gletschermann Ötzi aus der Jungsteinzeit. Die tödliche Pfeilspitze steckte noch in seinem linken Schulterblatt. Er selbst trug einen unfertigen Bogen und Pfeile mit sich.

Rund um die Ausstellung wurde ein Begleitprogramm entwickelt, das auch mal einen anderen Blick auf die Thematik ermöglicht. Zu den Höhepunkten zählen der Workshop für Erwachsene „Waffen der Steinzeit – Bau einer steinzeitlichen Speerschleuder-Ausrüstung“ am Sonnabend, 16. April, und ein Hörspiel-Abend am Donnerstag, 21. April, 19.30 Uhr. Die „3 Herren“ von Rokost-Hörspiele aus Kiel ermitteln in einem Steinzeit-Krimi.

Weitere Infos zur Sonderausstellung und zum Begleitprogramm gibt es unter www.neanderthal.de.

„Fleisch! Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit“
Galerie des 19. Jahrhunderts, Schloss Gottorf
6. März bis 24. Mai 2016

Öffnungszeiten:
DI bis FR 10 bis 16 Uhr | SA + SO 10 bis 17 Uhr
Ab 21. März: MO bis FR 10 bis 17 Uhr | SA + SO 10 bis 18 Uhr
An Karfreitag (25. März) und an den Oster-Feiertagen 10 bis 18 Uhr

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